Studiengebühren - bringts was?



  • Bei uns wurden diverse neue Exemplare von Standardbüchern angeschafft. In denen klebt jetzt überall ein Hinweis, dass sie mittels der Studiengebühren finanziert wurden. Naja... für 500€/Semester kann man sich auch problemlos alle Bücher, die man braucht, selbst kaufen. Weitere Änderungen habe ich bisher nicht wahrgenommen. Aber vermutlich wird das Geld auch in andere Arbeitsmittel, wie zum Beispiel Rechner gesteckt. Außerdem nehme ich an, dass aus diesen Mitteln teilweise Tutorien und ähnliches finanziert werden.



  • Es wurden neue Tutorstellen geschaffen, kaum jedoch neue Arbeit. Bei regulären Kursen wurden einfach die Tutoren verdoppelt, bei gleicher Arbeit. Wenn man so will, dann wurde also quasi der Stundensatz der Tutoren aufgrund der Studiengebühren verdoppelt. Zudem leistet sich ein Dozent mit den Studiengebühren Hilfskräfte, die seine Skripte schreiben. Ansonsten werden Skripte jetzt "kostenlos" gedruckt, gebunden und verteilt. Das war's im Großen und Ganzen. Das Geld türmt sich auch hier am Institut, ohne dass man wüsste, wofür man es verwenden könnte. Hauptsache die Studiengebühren wurden eingeführt. Politiker. Muss man einfach lieben...



  • minhen schrieb:

    Es wurden neue Tutorstellen geschaffen, kaum jedoch neue Arbeit. Bei regulären Kursen wurden einfach die Tutoren verdoppelt, bei gleicher Arbeit. Wenn man so will, dann wurde also quasi der Stundensatz der Tutoren aufgrund der Studiengebühren verdoppelt.

    Ob man nun 10 Tutoren auf 19std Basis oder 20 Tutoren auf 9,5std Basis einstellt, macht eigentlich keinen großen Unterschied. Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde. Verdoppelt hat er sich definitiv nicht ;).



  • minhen schrieb:

    Es wurden neue Tutorstellen geschaffen, kaum jedoch neue Arbeit. Bei regulären Kursen wurden einfach die Tutoren verdoppelt, bei gleicher Arbeit.

    Bei uns ist die Tutoriengröße dadurch jetzt auf 15 Studenten gesunken. Das ist denke ich eine gute Sache, weil man da wesentlich interaktiver arbeiten kann.



  • life schrieb:

    Ob man nun 10 Tutoren auf 19std Basis oder 20 Tutoren auf 9,5std Basis einstellt, macht eigentlich keinen großen Unterschied. Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde. Verdoppelt hat er sich definitiv nicht ;).

    Ich sagte, "wenn man so will", habe sich der Stundensatz verdoppelt. Nicht, dass er sich faktisch verdoppelt habe, sondern eben nur, wenn man es so sehen will. Gleiche Bezahlung, gleiche, feste Zahl bezahlter Stunden, halbe Arbeit.



  • Das sehe ich nicht so. Klar, man kann auch alleine 100 Studenten betreuen. Das heißt aber nicht, dass sich die Arbeit halbiert, wenn man das auf zwei Leute aufteilt. Im Gegnteil ist die Hoffnung eher, dass dadurch eben die anfallenden Aufgaben mit höherer Qualität bearbeitet werden können, also tatsächlich mehr Arbeit geleistet wird. Natürlich lässt sich das nicht beliebig so verfeinern, aber ich denke bei einer Gruppengröße von 15-20 lässt sich effektiver arbeiten als bei 30 oder mehr Personen.



  • life schrieb:

    Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde.

    nein, wird er nicht.

    gruesse, mm



  • mezzo mix schrieb:

    life schrieb:

    Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde.

    nein, wird er nicht.

    Doch, ich meine auch, der Stundensatz für Hiwis würde von den Ländern vorgegeben.
    Zum Thema: Als wir (Hessen) kurz die Studiengebühren hatten, wurde einer unserer PC-Räume neu ausgestattet, mehr hab ich nicht gesehen (Betonung auf "gesehen", kann gut sein, dass mehr passiert ist).



  • Jester schrieb:

    Das sehe ich nicht so. Klar, man kann auch alleine 100 Studenten betreuen. Das heißt aber nicht, dass sich die Arbeit halbiert, wenn man das auf zwei Leute aufteilt. Im Gegnteil ist die Hoffnung eher, dass dadurch eben die anfallenden Aufgaben mit höherer Qualität bearbeitet werden können, also tatsächlich mehr Arbeit geleistet wird. Natürlich lässt sich das nicht beliebig so verfeinern, aber ich denke bei einer Gruppengröße von 15-20 lässt sich effektiver arbeiten als bei 30 oder mehr Personen.

    Wenn ich "halbe Arbeit" sage, dann meine ich halbe Arbeit. Ich rede hier von einem kleinen Institut und einem kleinen Studiengang mit insgesamt knapp über 200 Studenten - in allen Semestern zusammen. Übungen werden in der Regel nie von mehr als 15 Studenten besucht. Entsprechend direkt ist der Kontakt zu Dozenten und Professoren. Die "Traumsituation vieler Studenten" ist hier also Realität. Wenn ich also halbe Arbeit sage, dann meine ich das so. Verdoppelung der Tutoren sieht hier nämlich so aus, dass jetzt ein Tutor die Übungen korrigiert und ein Tutor die Übungsstunde hält (man beachte die Einzahl). Das ist klar halbierte Arbeit. Also ... nicht von der eigenen Situation auf andere schließen 😉



  • Badestrand schrieb:

    mezzo mix schrieb:

    life schrieb:

    Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde.

    nein, wird er nicht.

    Doch, ich meine auch, der Stundensatz für Hiwis würde von den Ländern vorgegeben.

    komisch, und ich dachte jede stadt gehoert nur einem land an, denn wo ich wohne gibt es mehrere hochschulen, an denen zumindest zwei unterschiedliche stundensaetze bezahlen.

    gruesse, mm



  • mezzo mix schrieb:

    komisch, und ich dachte jede stadt gehoert nur einem land an, denn wo ich wohne gibt es mehrere hochschulen, an denen zumindest zwei unterschiedliche stundensaetze bezahlen.

    Ich habe ich da nur auf SHKs an Universitäten in NRW bezogen.



  • life schrieb:

    btw: Welche Stadt hat denn gleich 2 Universitäten?

    Berlin, Hamburg, München haben z.b. jeweils drei oder vier Unis und nochmal eine ganze Menge mehr an (Fach-)Hochschulen....



  • minhen schrieb:

    Ich rede hier von einem kleinen Institut und einem kleinen Studiengang mit insgesamt knapp über 200 Studenten - in allen Semestern zusammen.

    Okay, da mag das sein. Ich hatte Deine Aussage deutlich allgemeiner verstanden. Dass Du Dich auf eine ganz spezielle Situation beziehst war für mich nicht erkennbar.



  • Eine meiner Erfahrungen mit Studiengebühren war folgende:
    nach Einführung der 500€/Semester in Hamburg wurden dort in einigen Institusbibliotheken die Bücher mit Aufklebern verschönert "finanziert durch Studiengebühren". Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...



  • pumuckl schrieb:

    Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...

    Hehe. "Die Schokoladenration wurde in dieser Woche von 5 auf 2 Gramm erhöht." 😃



  • pumuckl schrieb:

    Eine meiner Erfahrungen mit Studiengebühren war folgende:
    nach Einführung der 500€/Semester in Hamburg wurden dort in einigen Institusbibliotheken die Bücher mit Aufklebern verschönert "finanziert durch Studiengebühren". Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...

    du siehst das falsch die haben den Sticker mit dem Gebühren bezahlt und in dem Moment wo sie den auf ein Buch kleben wir er Teil dieses Buches, also ist ein Teil des Buches mit Studiengebühren finanziert worden 😃



  • Bei uns gibt es jetzt elektrische tafeln die man per knopfdruck hoch und runterfahren kann, da hat man doch gleich das gefühl seine 500€ gut angelegt zu haben 🙄



  • bringts nur insofern, als daß es sich arme leute nicht mehr leisten können zu studieren. 🙄



  • pumuckl schrieb:

    Eine meiner Erfahrungen mit Studiengebühren war folgende:
    nach Einführung der 500€/Semester in Hamburg wurden dort in einigen Institusbibliotheken die Bücher mit Aufklebern verschönert "finanziert durch Studiengebühren". Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...

    damit war der aufkleber selbst gemeint ⚠ 😃



  • Hi,

    um wirklich was zu bringen, sind die Studiengebühren noch um ein vielfaches zu niedrig. Erst dann, wenn sie im Tausenderbereich pro Semester liegen bewirken sie, daß jeder einzelne Student, aber wirklich jeder darauf achtet, was er bezahlt und was er dafür bekommt. Dann wird niemand mehr akzeptieren, daß einem der Prof wertloses Zeugs erzählt, sondern dann werden auch die Profs JEDEN Tag vor der erneuten Herausforderung stehen, den Studenten für die Gebühren einen adequaten Gegenwert rüberbringen zu müssen. Das geht aber nicht, wenn jedes Bundesland vorgibt, was es bei ihm kosten soll. Das klappt nur, wenn die Studiengebühren völlig frei gegeben werden. Dann wird eben die eine Hochschule mehrere Tausen oder sogar zehntausend pro Semester verlangen können, und die andere muß froh sein, wenn die Studenten zu einem Gratisstudium bereit sind.
    Wenn man dann staatlicherseits preiswerte unkomplizierte Kredite bereitstellt und eine Regelung findet, daß die 30-50% Besten eines jeden Semesters nichts bezahlen müssen, dann wird das auch für nicht so zahlungskräftige machbar.
    Auf dem Weg kommen wir dann (fast) automatisch zu den angestrebten Eliteunis, wo ein Besuch derselben fast schon eine Garantie für eine feste Anstellung und ein entsprechendes Gehalt darstellt. Und wenn sich das rechnet, werden Firmen auch ganz schnell bereit sein, den Bewerbern ihre Studiengebühren zu bezahlen, wenn sie denn anschließend bereit sind 5 oder 10 Jahre dort zu arbeiten. Aber das ist eben eine Sache, die nur über die Qualität des Studiums machbar ist. Das hängt nicht dvon ab, ob der Kultusminister ja oder nein sagt, sondern nur davon, ob die UNI ihren Studenten für das viele Geld einen soliden Gegenwert an Ausbildung (und natürlich auch beruflichem Netzwerk) zu bieten in der Lage ist.
    So wie es gegenwärtig gehandhabt wird ist es jedoch nur Augenwischerei und Geldschneiderei.

    Gruß Mümmel


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