Studiengebühren - bringts was?
-
Das sehe ich nicht so. Klar, man kann auch alleine 100 Studenten betreuen. Das heißt aber nicht, dass sich die Arbeit halbiert, wenn man das auf zwei Leute aufteilt. Im Gegnteil ist die Hoffnung eher, dass dadurch eben die anfallenden Aufgaben mit höherer Qualität bearbeitet werden können, also tatsächlich mehr Arbeit geleistet wird. Natürlich lässt sich das nicht beliebig so verfeinern, aber ich denke bei einer Gruppengröße von 15-20 lässt sich effektiver arbeiten als bei 30 oder mehr Personen.
-
life schrieb:
Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde.
nein, wird er nicht.
gruesse, mm
-
mezzo mix schrieb:
life schrieb:
Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde.
nein, wird er nicht.
Doch, ich meine auch, der Stundensatz für Hiwis würde von den Ländern vorgegeben.
Zum Thema: Als wir (Hessen) kurz die Studiengebühren hatten, wurde einer unserer PC-Räume neu ausgestattet, mehr hab ich nicht gesehen (Betonung auf "gesehen", kann gut sein, dass mehr passiert ist).
-
Jester schrieb:
Das sehe ich nicht so. Klar, man kann auch alleine 100 Studenten betreuen. Das heißt aber nicht, dass sich die Arbeit halbiert, wenn man das auf zwei Leute aufteilt. Im Gegnteil ist die Hoffnung eher, dass dadurch eben die anfallenden Aufgaben mit höherer Qualität bearbeitet werden können, also tatsächlich mehr Arbeit geleistet wird. Natürlich lässt sich das nicht beliebig so verfeinern, aber ich denke bei einer Gruppengröße von 15-20 lässt sich effektiver arbeiten als bei 30 oder mehr Personen.
Wenn ich "halbe Arbeit" sage, dann meine ich halbe Arbeit. Ich rede hier von einem kleinen Institut und einem kleinen Studiengang mit insgesamt knapp über 200 Studenten - in allen Semestern zusammen. Übungen werden in der Regel nie von mehr als 15 Studenten besucht. Entsprechend direkt ist der Kontakt zu Dozenten und Professoren. Die "Traumsituation vieler Studenten" ist hier also Realität. Wenn ich also halbe Arbeit sage, dann meine ich das so. Verdoppelung der Tutoren sieht hier nämlich so aus, dass jetzt ein Tutor die Übungen korrigiert und ein Tutor die Übungsstunde hält (man beachte die Einzahl). Das ist klar halbierte Arbeit. Also ... nicht von der eigenen Situation auf andere schließen
-
Badestrand schrieb:
mezzo mix schrieb:
life schrieb:
Der Stundensatz wird jedenfalls zentral (Land? Bund?) festgelegt und liegt zumindest in NRW bei ~8€ die Stunde.
nein, wird er nicht.
Doch, ich meine auch, der Stundensatz für Hiwis würde von den Ländern vorgegeben.
komisch, und ich dachte jede stadt gehoert nur einem land an, denn wo ich wohne gibt es mehrere hochschulen, an denen zumindest zwei unterschiedliche stundensaetze bezahlen.
gruesse, mm
-
mezzo mix schrieb:
komisch, und ich dachte jede stadt gehoert nur einem land an, denn wo ich wohne gibt es mehrere hochschulen, an denen zumindest zwei unterschiedliche stundensaetze bezahlen.
Ich habe ich da nur auf SHKs an Universitäten in NRW bezogen.
-
life schrieb:
btw: Welche Stadt hat denn gleich 2 Universitäten?
Berlin, Hamburg, München haben z.b. jeweils drei oder vier Unis und nochmal eine ganze Menge mehr an (Fach-)Hochschulen....
-
minhen schrieb:
Ich rede hier von einem kleinen Institut und einem kleinen Studiengang mit insgesamt knapp über 200 Studenten - in allen Semestern zusammen.
Okay, da mag das sein. Ich hatte Deine Aussage deutlich allgemeiner verstanden. Dass Du Dich auf eine ganz spezielle Situation beziehst war für mich nicht erkennbar.
-
Eine meiner Erfahrungen mit Studiengebühren war folgende:
nach Einführung der 500€/Semester in Hamburg wurden dort in einigen Institusbibliotheken die Bücher mit Aufklebern verschönert "finanziert durch Studiengebühren". Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...
-
pumuckl schrieb:
Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...
Hehe. "Die Schokoladenration wurde in dieser Woche von 5 auf 2 Gramm erhöht."
-
pumuckl schrieb:
Eine meiner Erfahrungen mit Studiengebühren war folgende:
nach Einführung der 500€/Semester in Hamburg wurden dort in einigen Institusbibliotheken die Bücher mit Aufklebern verschönert "finanziert durch Studiengebühren". Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...du siehst das falsch die haben den Sticker mit dem Gebühren bezahlt und in dem Moment wo sie den auf ein Buch kleben wir er Teil dieses Buches, also ist ein Teil des Buches mit Studiengebühren finanziert worden
-
Bei uns gibt es jetzt elektrische tafeln die man per knopfdruck hoch und runterfahren kann, da hat man doch gleich das gefühl seine 500€ gut angelegt zu haben
-
bringts nur insofern, als daß es sich arme leute nicht mehr leisten können zu studieren.
-
pumuckl schrieb:
Eine meiner Erfahrungen mit Studiengebühren war folgende:
nach Einführung der 500€/Semester in Hamburg wurden dort in einigen Institusbibliotheken die Bücher mit Aufklebern verschönert "finanziert durch Studiengebühren". Nur blöd wenn das Buch dort schon einige Jahre vorher im Regal gestanden hat...damit war der aufkleber selbst gemeint
-
Hi,
um wirklich was zu bringen, sind die Studiengebühren noch um ein vielfaches zu niedrig. Erst dann, wenn sie im Tausenderbereich pro Semester liegen bewirken sie, daß jeder einzelne Student, aber wirklich jeder darauf achtet, was er bezahlt und was er dafür bekommt. Dann wird niemand mehr akzeptieren, daß einem der Prof wertloses Zeugs erzählt, sondern dann werden auch die Profs JEDEN Tag vor der erneuten Herausforderung stehen, den Studenten für die Gebühren einen adequaten Gegenwert rüberbringen zu müssen. Das geht aber nicht, wenn jedes Bundesland vorgibt, was es bei ihm kosten soll. Das klappt nur, wenn die Studiengebühren völlig frei gegeben werden. Dann wird eben die eine Hochschule mehrere Tausen oder sogar zehntausend pro Semester verlangen können, und die andere muß froh sein, wenn die Studenten zu einem Gratisstudium bereit sind.
Wenn man dann staatlicherseits preiswerte unkomplizierte Kredite bereitstellt und eine Regelung findet, daß die 30-50% Besten eines jeden Semesters nichts bezahlen müssen, dann wird das auch für nicht so zahlungskräftige machbar.
Auf dem Weg kommen wir dann (fast) automatisch zu den angestrebten Eliteunis, wo ein Besuch derselben fast schon eine Garantie für eine feste Anstellung und ein entsprechendes Gehalt darstellt. Und wenn sich das rechnet, werden Firmen auch ganz schnell bereit sein, den Bewerbern ihre Studiengebühren zu bezahlen, wenn sie denn anschließend bereit sind 5 oder 10 Jahre dort zu arbeiten. Aber das ist eben eine Sache, die nur über die Qualität des Studiums machbar ist. Das hängt nicht dvon ab, ob der Kultusminister ja oder nein sagt, sondern nur davon, ob die UNI ihren Studenten für das viele Geld einen soliden Gegenwert an Ausbildung (und natürlich auch beruflichem Netzwerk) zu bieten in der Lage ist.
So wie es gegenwärtig gehandhabt wird ist es jedoch nur Augenwischerei und Geldschneiderei.Gruß Mümmel
-
Hallo Mümmel,
du hast dein Studium bereits abgeschlossen oder noch vor dir?
-
Hi,
die Frage war fast zu erwarten. Ja doch, ich habs schon abgeschlossen.
Ein Studium ist NIE kostenlos, höchstens manchmal umsonst.
Auch unter jetzigen Bedingungen koste ein Studium ne Menge Holz. Sei es Miete, Lebensunterhalt, Fahrtkosten, entgangener Verdienst... Also von einem umsonst zu reden ist auch heute scho abwegig. Wir haben es in JEDEM fall mit einem Studium zu tun, das Kosten veruhrsacht.Wihtig ist aber NICHT, wie hoch die Kosten sind, sondern NUR, ob ich sie irgendwoher besorgen kann (z.B. Kredit) und ob ich wirklich die Sicherheit habe, dasich das Geld in vertretbarem Zeitrahmen auch wieder reinhole.
Was nutzt Dir ein gebührenfreiesStudium, wenn Du anschließend Harz IV-Akademiker bist.
Derzeit ist das aber vielfach nicht so, daß sich ein Studium in jedem Fall finanziell rechnet. Fachleute sind in Deutschland noch viel zu sehr Billigramsch. Studium kostet ja nichts, warum soll ich dem also viel bezahlen.
Wenn aber zwischen einem Absolventen einer teuren Uni und einem einer billigen wirklich Welten liegen, dann rechnet sich das in vielen Fällen auch für den Betrieb, den Teureren zu nehmen. Zumal wenn ich den nicht nur allein einkaufe, sondern gleich sein Netzwerk an Connections gleich mit bekomme. Irgendwann begreifen wir dann in D auch mal, daß gute Leute durch nichts zu ersetzen sind als durch noch bessere (und damit noch teurere) Leute. Das klappt aber nicht mit von oben vorgegebenen Preisen sondern nur mit am Markt gebildeten Preisen.
Derzeit hast du keinen wirklichen Vorteil, wenn Du in einem Bundesland mit Studienghebühren studierst gegenüber denen die woanders wos kostenlos studiert haben.
Das ist in den USA doch wesentlich anders, wer dort z.B. einen ordentlichen Harvard-Abschluß vorweisen kann, der wird sich keine großen Gedanken machen müssen, ob er die Kosten wieder reinbekommt, um den reißen sich die Firmen und werden auch bereit sein ein adäquates Gehalt zu zahlen. Wer dagegen in Hinterposemuckl studiert hat, der wird eher Klinken putzen gehen müssen.
Klappen kann das natürlich nur, wenn jeder auch eine seiner Intelligenz und seinem Fleis angemessene Uni wählt. Für ein dummes Faultier wäre ein Studium in Harvard sicher rausgeschmissenes Geld, der sollte besser nach Hinterposemuckl gehen.
Gruß Mümmel
-
muemmel schrieb:
Klappen kann das natürlich nur, wenn jeder auch eine seiner Intelligenz und seinem Fleis angemessene Uni wählt. Für ein dummes Faultier wäre ein Studium in Harvard sicher rausgeschmissenes Geld, der sollte besser nach Hinterposemuckl gehen.
Die Realität sieht da aber anders aus.
-
muemmel schrieb:
um wirklich was zu bringen, sind die Studiengebühren noch um ein vielfaches zu niedrig. Erst dann, wenn sie im Tausenderbereich pro Semester liegen bewirken sie, daß jeder einzelne Student, aber wirklich jeder darauf achtet, was er bezahlt und was er dafür bekommt.
nö, dann gehen nur noch diejenigen hin, denen ihre kohlemässig gut bestückten eltern alles in den hintern schieben. und ob solche leute in diesem fall auf qualität achten, will ich mal bezweifeln.
-
muemmel schrieb:
Das klappt nur, wenn die Studiengebühren völlig frei gegeben werden. Dann wird eben die eine Hochschule mehrere Tausen oder sogar zehntausend pro Semester verlangen können, und die andere muß froh sein, wenn die Studenten zu einem Gratisstudium bereit sind.
Wenn man dann staatlicherseits preiswerte unkomplizierte Kredite bereitstellt und eine Regelung findet, daß die 30-50% Besten eines jeden Semesters nichts bezahlen müssen, dann wird das auch für nicht so zahlungskräftige machbar.
Auf dem Weg kommen wir dann (fast) automatisch zu den angestrebten Eliteunis, wo ein Besuch derselben fast schon eine Garantie für eine feste Anstellung und ein entsprechendes Gehalt darstellt. Und wenn sich das rechnet, werden Firmen auch ganz schnell bereit sein, den Bewerbern ihre Studiengebühren zu bezahlen, wenn sie denn anschließend bereit sind 5 oder 10 Jahre dort zu arbeiten.Klar, die Firmen, die ständig jammern, die bezahlen einem plötzlich 5000€ Gebühren (oder eben mehr, wenn die Gebühren höher sind). Soll ich darüber lachen? Oder soll ich lieber weinen?
muemmel schrieb:
Was nutzt Dir ein gebührenfreiesStudium, wenn Du anschließend Harz IV-Akademiker bist.
Was nutzt mir ein gebührenbelastetes Studium, wenn ich anschließend Harz (sic) IV-Akademiker bin?
Sieh Dir einfach mal die Realität an. Steigende Anteile der Abiturienten an der Jahrgangsstärke stehen sinkende Studienanfängeranteile gegenüber. zumindest hier. Das heißt, die Gebühren schrecken vom Studium ab. Es will halt nicht jeder endlos Schulden aufnehmen. Wie soll denn das werden, wenn die Gebühren mal erhöht werden (und das werden sie)?
muemmel schrieb:
Studium kostet ja nichts, warum soll ich dem also viel bezahlen.
Eine lustige Variation von "was nichts kostet, ist auch nichts wert". Leider ebenso Schwachsinn. Überleg mal, wie vielen Leuten allein hier im Forum Du damit anhängst, ein "wertloses" Studium gemacht zu haben.