Studiengebühren - bringts was?



  • Also insgesamt habe ich es 3 x ausgedruckt und binden lassen.
    Waren ca 115 Seiten je Exemplar. 2 Exemplare musste ich davon im Prüfungsamt abgeben. Eins hab ich für mich privat gedruckt. Mein Exemplar war aber nicht wirklich teuer, da ich das schwarz-weiß gedruckt hab. Das was halt wirklich reingehauen hat, war der Farbdruck (für beide Exemplare fürs Prüfungsamt). Das wird halt seitenweise abgerechnet.



  • Jan L. schrieb:

    - Freibetrag für Skripte (jedes Semester)
    ...
    - Exkursionen werden Unterstützt
    - studentische Projekt werden Unterstützt (und das, bei sinnvollen Projekten, nicht zu knapp. Was sinnig ist, wird ebenfalls von dieser Kommission entschieden ==> Es kommen auch Sachen durch, die bei einer Abstimmung in Prof. Reihen abgelehnt werden würden)
    ...
    - Zuschüsse zu Studentenfeiern
    - Zuschüsse zu Begrüßungsfeier der Erstsemester + eine Tasse mit HS-Logo für jeden Erstsemester
    - Taschenrechner als "Dauerleihgabe" für Neuzugänge (welche am Ende des Studium für den halben Preis abgekauft werden können)
    - Fahrradwerkstadt für Studenten eingerichtet
    ...
    - Studentenkaffee bekommt Zuschüsse
    - Unterstützungen für Auslandspraktika oder Studiensemester
    ...

    Für diese Punkte gilt doch: Vorher mussten die Studis das selber bezahlen. Jetzt geben sie der Uni Geld, damit die Uni ihnen dann Sachen bezahlt, die sie vorher selbst bezahlen mussten.

    Ich find Stuiengebühren toll 🤡



  • Teils stimme ich dir zu - nur ich hab noch keinen Studenten getroffen, der mehrere 1000 Euro für studentische Projekte ausgegeben hat. Sowas ist jetzt drinnen. Allgemein haben wir viele kleine Punkte mit reingenommen - einerseits damit die Leute merken, dass was zurück fliesst. Andererseits um unser Budget soweit wie möglich zu benutzen.

    Achja, ich find Studiengebühren sind keine schlechte Idee.



  • Jan L. schrieb:

    P.S.: Immer darauf achten, dass das Rektorat o.Ä. nicht versucht Studiengebühren für Baumaßnahmen oder so zu verpulvern... gibt nen ganzen Katalog von Dingen die nicht aus dem Topf finanziert werden dürfen.

    An deiner Universität in deinem Bundesland vielleicht.
    Aber hier ist es rechtlich nicht nur möglich, sondern wird auch explizit gemacht. Die Satzung zur Erhebung der Studiengebühren ist entsprechend gestaltet. Zunächst werden sämtliche durch die Erhebung enstehenden Kosten durch die Gebühren gedeckt, dann werden bis zu 25% der Gebühren für zentrale Maßnahmen (darunter fallen auch Baumaßnahmen) abgezwackt und den Rest dürfen die Fakultäten dann verpulvern. Von den Gebühren des Sommersemesters 2007 wurde eine knappe Millionen für Baumaßnahmen verwendet. Das sind zwar nur 5% der Studiengebühren, bedeutet aber dennoch, dass jeder Student Baumaßnahmen gesponsort hat, obwohl das grundsätzlich die Aufgabe des Staates ist.
    Ich habe ja grundsätzlich kein Problem mit Studiengebühren. Aber wenn man die offensichtliche Verschwendung und Unnötigkeit sieht, muss man die Höhe einfach kritisieren. Erwartungsgemäß sind die Ausgaben von Studiengebühren für Tutoren mit 2 Millionen Euro der größte Posten. Und machen trotz der am Anfang des Threads genannten Verschwendung nur 11% der Gebühren aus. Zum Vergleich: Noch einmal dieselbe Summe ist in einen "Sicherungsfond" geflossen, da man offenbar nichts mit dem Geld anzufangen weiß.
    Und im Sommersemester 2007 wurden nur 300 Euro Gebühren erhoben. Mittlerweile werden 500 Euro verlangt. Hauptsache die Studenten zahlen (knappe 600 Euro übrigens mit Studentenwerksbeitrag und Unterstützung des Staates aka Verwaltungskostenpauschale).



  • welcher prozentsatz geht denn fuer die erhebung etwa drauf? hat da jemand informationen?

    gruesse, mm



  • Hier wurden an die 660.000 Euro oder 4% der Studiengebühren für die Verwaltung ausgegeben.



  • muemmel schrieb:

    Sprich mal mit Leuten, die regelmäßig vor anderen unterrichten. Wenns Kurse sind, die den Teilnehmer nichts kosten, dann kann der Dozent über die Rolle der Bedeutung schwafeln und keinen störts. Wenns aber vom Teilnehmer selbst zu bezahlende Kurse sind, dann hat der Dozent allerhöchsten Nutzwert für die Teilnehmer zu erbringen ansonsten gibts ganz gravierenden Ärger.

    Ich wüßte nicht, was mir ein solches Gespräch bringen soll. Ich habe mich auch schon über Dozenten beschwert, als ich noch keine Gebühren gezahlt habe. De facto habe ich heute genau die gleichen "Einflußmöglichkeiten" wie damals. Es hat sich also nichts geändert.
    Ich meine, das ist doch total lachhaft, wieso sollten die sich von uns plötzlich was sagen lassen? Die sind für uns unantastbar, und das bleiben sie. Gebühren ändern einfach nichts dran.
    Alle tun so, als hätte man sich früher nicht beschweren dürfen, aber mit den glorreichen Gebühren hätte man sich *jetzt* dieses Recht erkauft. Was für ein Blödsinn.



  • minhen schrieb:

    Jan L. schrieb:

    P.S.: Immer darauf achten, dass das Rektorat o.Ä. nicht versucht Studiengebühren für Baumaßnahmen oder so zu verpulvern... gibt nen ganzen Katalog von Dingen die nicht aus dem Topf finanziert werden dürfen.

    An deiner Universität in deinem Bundesland vielleicht..

    Jo hab gerade nachgeschaut und herausgefunden, dass in überraschend wenig Bundesländern eine anständige Zweckbindung für die Studiengebühren vorhanden ist. Ohne diese Zweckbindung fliesst das Geld natürlich durch die Finger -.- ... ins Rektorat oder sonstige Einrichtung die Löcher stopfen mag 😕



  • Hi,

    auch auf die Gefahr das GPC den Löschhammer schwingt, da ich angesprochen werde antworte ich doch noch mal.

    Wenn ich mir hier so die einzelnen von den Gebühren getätigten Leistungen angucke, teils gut, teils nur neue Bürokratie.
    Ziel des Studiums ist immer ein Maximum an Qualifikation sowie ein Maximum an Qualität und Quantität der Wissensvermittlung.
    Wenn mehr Gastvorträge und zusätzliche Mentoren sowie Tutoren bereitgestellt werden, dann ist das ein eindeutiger Qualitätsgewinn. Denn das was die bringen (so sie ihr Geld wer sind) kann ich nicht allein gegen Cash irgendwo kaufen. Auch sinnvolle studentische Projekte würde ich hierzu zählen.

    Wenn jedoch Taschenrechner und Studentencafés... damit finanziert werden, dann verkommt die Uni zur Einkaufsgenossenschaft. Taschenrechner kann man sich auch selber kaufen und im Café auch einen reellen Preis bezahlen. Dazu muß ich nicht erst 500€ abdrücken.

    Über alles mag sich ein Studium in D nicht unbedingt wirklich rechnen, aber zweimal das gleiche ist doch nicht das gleiche. Sicher, auch für den Nichtstudierten gibts Lohnsteigerungen, aber geringer und am Ende des Lebens mit nachlassender körperlicher Leistungsfähigkeit droht Arbeitslosigkeit.
    Für den der ein Studium absolviert fängts dagegen weit unten, ggf. im Minus an, geht dann aber immer weiter richtung nach oben. Für mich die angenehmere Alternative mit schönerem Blick in die Zukunft.
    Außerdem sind dort wo Studien sehr teuer sind (siehe USA) auch die Unterschiede zwischen studiert und nichtstudiert in den Einkommen wesentlich höher.

    Für die Einflussmöglichkeiten der Studenten auf die Studienqualität ist es schon erheblich, ob man als Klasse das Gehalt des Dozenten bezahlt, oder nur dessen Brillenputztücher. Ebenso ist es mit der Bereitschaft, sich schlechten Untericht durch schlechte oder unwillige Dozenten gefallen zu lassen.

    Gruß Mümmel



  • Wenn jedoch Taschenrechner und Studentencafés... damit finanziert werden, dann verkommt die Uni zur Einkaufsgenossenschaft. Taschenrechner kann man sich auch selber kaufen und im Café auch einen reellen Preis bezahlen. Dazu muß ich nicht erst 500€ abdrücken.

    Sehe ich ähnlich. Allerdings muß man hier auf Ursache und Wirkung schauen. Es wurde vielerorts auf politischer Ebene entschieden: Wir brauchtn Studiengebühren in Höhe von 500 euro. Dass davon nun Taschenrechner bezahlt werden, ist mehr oder weniger die einzige Möglichkeit, die den Fakultäten bleibt, wenn sie etwas von dem Geld an die Studierenden zurückgeben möchten. Solche Sachen waren jedenfalls nicht Grund für die Erhebung von Studiengebühren.



  • muemmel schrieb:

    Für die Einflussmöglichkeiten der Studenten auf die Studienqualität ist es schon erheblich, ob man als Klasse das Gehalt des Dozenten bezahlt, oder nur dessen Brillenputztücher. Ebenso ist es mit der Bereitschaft, sich schlechten Untericht durch schlechte oder unwillige Dozenten gefallen zu lassen.

    Eben nicht. Was kann ich denn konkret jetzt tun, was vorher nicht ging? Erklärs mir.
    Und meine Bereitschaft, mir schlechten "Unterricht" gefallen zu lassen, war auch vorher nicht anders ausgeprägt als sie es jetzt ist.





  • "Lehrstuhl für Marketing"
    Weiter les ich nicht, nö. 🤡



  • auch wenn ich grad den Split versemmelt hab, hier könnt ihr über Pro/Contra der Studiengebühren diskutieren: http://www.c-plusplus.net/forum/viewtopic-var-t-is-224516.html



  • DAS ist genau meine Meinung zu studiengebühren: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,583382,00.html





  • Das hier
    http://www.tagesschau.de/inland/studiengebuehren100.html

    War schon bei der Einführung zu erwarten!!! 👎 💡 ⚠



  • Jo das war klar. Man brauch ja bloß mal nach GB schauen. Dort ist das Schulsystem auch mehr oder weniger zu einem elitären System verkommen. Ich bin froh, dass ich mein Studium schon fertig habe 😉



  • Macht doch mal privat eine Ausbildung, da wisst Ihr was es kosten kann. Ich hab zum Beispiel fuer einen MOC Kurs mal 2600 Euro (3 Tage) gezahlt. Dazu die Pruefung mit 160 Euro... Und wenn der Dozent dann am ersten Tag seine halbe Lebensgeschichte erzaehlt, kommt mir doch echt der Kaffee hoch!

    Ivo



  • Da vergleichst du Äpfel mit Birnen. In dem Artikel auf tagesschau.de wird vor allem festgestellt, dass bestimmte Abiturientengruppen durch die Studiengebühren von einem Studium abgeschreckt werden. Die Alternative dazu sind keine eigenartigen Microsoft-Kurse, sondern eine (betriebliche) Ausbildung.

    Da sagen dir dann Mama und Papa, so eine Ausbildung ist gut (haben sie ja auch gemacht) und "da hat man was", man bekommt sogar etwas Geld (der Nachwuchs liegt den Eltern weniger auf der Tasche) und die Ausbildung ist sogar noch kürzer als ein langes, theoretisches Studium, welches die Eltern sowieso nicht verstehen.

    Sind Mama und Papa dagegen Akademiker, erkennen sie den Wert eines Studiums, prügeln notfalls das Kind durch Gymnasium (egal, ob es da was zu suchen hat oder nicht) und bezahlen die Studiengebühren.

    (Meine Eltern haben beide studiert und meine Studiengebühren bezahlt. Nur durchs Gymnasium wurde ich nicht geprügelt, das lief ganz anständig. Fair ist aber trotzdem anders...)


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