Programmierwissen für Projektmanager
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Marc++us schrieb:
Ich persönlich denke, daß es nicht schadet, wenn ein PL mal selbst als Programmierer einige Nächte bei einem Kunden saß und versuchte ein kniffliges Problem zu lösen - wenn man die Schmerzen selbst kennt, erkennt man sie auch bei anderen.
Vor allen Dingen verspricht man dem Kunden dann keine "ganz kleine" Features, welche technisch überhaupt nicht machbar sind, oder ewig viel Zeit kosten. Ein Projektmanager muss nicht nur Ahnung haben von dem was er tut, sondern vom dem was seine Leute tun! Dafür wird man auch besser bezahlt, fairer Deal würde ich sagen.
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Marc++us schrieb:
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- zum einen den technischen PL, der wirklich mehr als Teamleader das Projekt auch technisch organisiert, bei Interviews mit dem Kunden dabei ist, etc*Autsch!*
Der richtigen Fachbegriffe sind Systemingenieur (IT-Architekt) oder Anforderungsmanager (je nach dem)!
Der Begriff "technischer Projektleiter" wird meistens von einem autodidaktischen Umfeld in den Mund genommen, die niemals eine externe Prüfung von Prozessen und Methoden zuließen und so nicht in der Lage sind Rollen und Aufgaben klar zu trennen. Meistens mit der Lieblingsausrede: " ... wir sind doch nur ein KMU!" (RR: also Amateure?!).Der Teamleiter übernimmt Administration und Verantwortung für das Team als "Unterprojektleiter" oder "Unterabteilungsleiter".
Marc++us schrieb:
... und dann den "reinen" PL, der vor allem Projektcontrolling (Zeit, Kosten, Kommunikation) betreibt
Für letztere Position ist Programmierwissen kaum erforderlich, für den ersteren Fall kann es je nach technischem Anspruch und Projektgröße schon ein Problem sein, da in kleineren Projektteams der PL auch "Vordenker" sein muß. Reine PLs werden von den Programmierern oft kritisiert, weil der PL kein Wissen über einige IT-typische Probleme hat - unklare Anforderungen, schwankende Kundenwünsche, etc.
Ein klarer Nachteil von Leuten, die die von Dir angesprochene "Aufstiegskarriere" als PL hinlegen ist oft die, daß diese kein PL-Wissen besitzen und zu tief im Schlamm kleben - da kann man als Neutraler durchaus wieder punkten.
*Mega-Autsch!*
Ein echter Projektleiter hat folgende Funktionen:
- PP (Projektplanung)
- PMC (Projektmonitoring und -kontrolling)
- RSKM (Risikomanagement). Wirklich gute Projektleiter nutzen es auch für das:
- QPM (Quantitatives Projektmanagement [CMMI ML 4])
- EPA (Entscheidung, Durchführung und Autorität)
- PQM (Projektqualitätsmanagement)
- UAM (Unterauftragsnehmermanagement (wird aber oft vom EK, AM oder SE übernommen)).
Darin enthalten sind auch Funktionen wie Ressourcenmanagement, Produktmanagement, Prozessmanagement (Z.B. Konfigurationsmanagement) etc.Ein "reiner" Projektleiter hat auch kein Kundenmanagement zu leisten. Ist also eine reine Inhousefunktion. Kundenmanagement wird von Account Management geleistet oder internen Beratern, Administratoren und Experten. - In den meisten Unternehmen wird der Accountmanager mehr als "Türöffner" bei der Akquisition gesehen und der PL soll dann die fortführende Betreuung leisten. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich nachteilig für die Geschäftsentwicklung und damit falsch. Es wird radikal bei der Etablierung von modernen Prozessen und Methoden ausgehoben.
Ein PL muss sehr wohl technisches Wissen haben und zwar in der Weise, dass er die Ergebnisse der SEs, BAs (Business Analysts) und AMs versteht und für Entscheidungen und Konzepte auswerten kann. Z.B.: Kostenoptimierung, Risiko, Termine, Ressourcen, Lieferzeiten, Prozesse, Kundenanliegen etc. Sind diese nicht vorhanden muss der PL die Rolle des SE oder sogar AM mit übernehmen. Die ganz harten Ausschreibungen im PM bei GULP o.ä. verlangen, das der PL sogar noch als Senior Developer Code mitentwickelt oder testet. - Dann ist er kein PL sondern die "Eierlegende-Wollmilch-Sau", ersonnen von Leuten in der Abteilung, die sowieso keine Ahnung haben.
Die meisten KMU und selbst IT-Abteilungen mancher Großbetriebe neigen dazu diese Rollen vermischen, weil es ihnen für schnelle Ergebnisse opportun ist.
Irgendwann knallt es dann und es kommt zur Flucht ins agile Projektmanagement, weil die PL es nie gelernt haben, die Rollendefinition sauber zu trennen, um IT, Personal, Kunden und Geschäft auf drastische Veränderungen einzustellen. Sie kommen mit der hohen Entropie des Projektumfeldes einfach nicht klar.
Die Hölle hat man dann, wenn die Stakeholder erwarten, dass man die agilen Methoden übernimmt und das eigene stukturierte Vorgehen fällen läßt, nur weil sie nicht damit klar kommen. - Das führt zu extremen sozialen Spannungen (Smart Ass Syndrome). "Nur die Besten ..."Explizit: Heute (war vor Jahren war das bei mir auch anders) halte ich agiles Projektmanagement für Versagen in der Projektplanung.
Agiles Projektmanagement hat nur im Krisenmanagement seine Berechtigung!
Die Trennung von "Technischen" und "Kaufmannischen" Projektleiter findet man meistens nur in Firmen die die Rollen SE, BA und AM in den Unternehmen nicht verstehen bzw. etabliert haben und auch durch ihre IT-Infrastruktur nicht unterstützen.
Marc++us schrieb:
Unter dem Strich gibt es für Deine Frage keine pauschale Antwort, das hängt von Branche, Projektgröße und Firmengröße ab.
Nö! - Strukturiertes Handeln und Denken lohnt sich auch in Ein-Mann-Unternehmen!
Marc++us schrieb:
Ich persönlich denke, daß es nicht schadet, wenn ein PL mal selbst als Programmierer einige Nächte bei einem Kunden saß und versuchte ein kniffliges Problem zu lösen - wenn man die Schmerzen selbst kennt, erkennt man sie auch bei anderen.
Auch ich kann euch das alles hier nur erzählen, weil ich fasst jede Rolle im IT-Sektor schon inne hatte.
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Sehen wir das Thema einmal anders: Der Kunde in einer Autowerkstatt möchte auch, dass der KFZ-Meister (Projektleiter) einen Schraubenschlüssel in die Hand nehmen und die fertige Arbeit seines Gesellens fachgerecht überprüfen kann!
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@Prof84
ich würde so gerne ein paar deiner projekte sehen. außerdem wär interessant zu wissen, welche aufgaben du bei den projekten übernommen hast. wäre beides vielleicht möglich?
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Prof84 schrieb:
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Ich nehme mal an, das man in deinen Reden gut Bullshit-Bingo spielen kann
Grundsätzlich sind die von dir genannten Fachbegriffe eher Buchwissen als die Realität im Unternehmen (außer vielleicht in wirklich großen Unternehmen, meine "Unternehmenswelt" hört bei 150 Mitarbeitern auf, und liegt eher im Bereich bis 15). Ich kenne persönlich nur ganz wenige Unternehmen wo Grenzen so klar erkennbar sind, und *böse gesprochen* überdimensionierte Strukturen verwendet werden.
cu André
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Sag' ich ja auch, aber Prof84 hört leider nie zu. Er liest, aber er versteht nicht was man sagt und urteilt zu schnell. (Es gibt einen feinen Unterschied zwischen schnell urteilen und zu schnell urteilen.)
Gerade die Aussage, daß sich strukturiertes Arbeiten auch in 1-Mann-Unternehmen auszahlt ist ja absolut zu unterstreichen, aber was hat das hier im Kontext zu suchen? In einem 3-Mann-Projekt wird der PL eben Kundenkontakte haben, weil er gleichzeitig Accounter und Techniker ist. Und meine Aussage zur "Aufstiegskarriere" vieler PLs sagt ja auch gerade das aus, daß die Rollen sehr oft nicht so getrennt sind, wie es sinnvoll wäre. Noch dazu geben viele Firmen leider auch oft gar nicht genug Geld aus, um diese Rollen entsprechend aufzubauen und zu besetzen.
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besserwisser schrieb:
@Prof84
ich würde so gerne ein paar deiner projekte sehen. außerdem wär interessant zu wissen, welche aufgaben du bei den projekten übernommen hast. wäre beides vielleicht möglich?Haben wir doch auf der Stange in meinen freiberuflichen CV. Meine anonymisierte Version ist allerdings auf Englisch. Ich lasse es mal 24 h stehen. R & D und meine unternehmerischen Aktivitäten veröffentliche ich nicht.
time is up.
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Marc++us schrieb:
Sag' ich ja auch, aber Prof84 hört leider nie zu. Er liest, aber er versteht nicht was man sagt und urteilt zu schnell. (Es gibt einen feinen Unterschied zwischen schnell urteilen und zu schnell urteilen.)
Hmmmhm. Vielleicht bist Du es aber der nicht zuhörst. Schau Dir mal an was Du geschrieben hast. Und was ich darauf geantwortet habe.
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dein r&d zeug würde mich aber echt brennend interessieren. hat es die gleiche qualität wie dein krypto-thread im mathematik forum?
wenn ich darf, wage ich, folgende meinung zu äußern:
du kannst extrem gut, bedeutungslose sätze aus bwl handbüchern auswendig runtersagen. du kennst massenhaft cool klingende worte, die kein mensche versteht, aber mächtig wirkung bei leuten zeigen, die keine ahnung von der sache haben. in meinen augen ist diese vorgehensweise unseriös.
bei einem teil deiner liste steht nicht dabei, welche art von software das resultat war. da stehen nur wieder massenhaft bwl begriffe. du hast deine tätigkeit nur wieder in einer schwer verständlichen metasprache beschrieben.
sucht man nach dir in diesem forum, kommen kaum beiträge zur programmierung. wieso sieht man da nichts von dir? kein interesse anderen zu helfen? mit deiner massenhaften programmiererfahrung müsste dir das doch ein leichtes sein.
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Morgen fragt vielleicht jemand: "Ich möchte den Job als Bademeister haben, kann aber nicht schwimmen - was soll ich tun?"