unendlich viele bits?
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~fricky schrieb:
PeterTheMaster schrieb:
ohne weitere bedingungen: natuerlich nicht. betrachte z.b. die folge, die nur aus nullen besteht ...
es gibt aber auch 'ne folge die nur aus einsen besteht.
Was dann aber zwei verschiedene Zahlen wären. Bei unendlich vielen verschiedenen Binärdarstellungen ist die gesamte Anzahl der Einsen und Nullen gleich, weil es zu jeder Binärdarstellung ein Komplement gibt.
Für eine einzelne gegebene Binärdarstellung gilt die Aussage aber nicht uneingeschränkt, denn es besteht die Möglichkeit, dass in der gegebenen Binärdarstellung die Anzahl der Einsen endlich ist und damit kleiner als die Anzahl der Nullen (oder eben umgekehrt).
Wenn aber in einer Binärdarstellung die Anzahl der Einsen und der Nullen unendlich sind, dann ist sie gleich, auch wenns sowas wie Mups' 01001000100001... ist. Auch wenns auf den ersten Blick nach mehr Nullen als Einsen aussieht, stimmt das nicht, man kann nämlich immer eine Abbildung finden wo es zu jeder Null genau eine Eins gibt und umgekehrt - es gibt keine zwei verschiedenen "Unendliche" bei abzählbaren Zahlen.
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Jester schrieb:
A und B haben beide Kardinalität unendlich und sind abzählbar. Eine Abzählung der beiden Mengen liefert dann eine Bijektion von A nach B (man bildet das Element aus a auf das Element in B ab, das bei der Abzählung die gleiche Nummer bekommen hat). Also ist die Kardinalität beider Mengen gleich und es gibt genauso viele 0en wie 1en.
danke. kann man auch sagen, dass es halb so viele einsen (und nullen) gibt, wie die anzahl aller bits, obwohl ∞/2 immer noch ∞ ist?
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wieso obwohl? deshalb! man kann unendlich darueber definieren, dass es eine echte teilmenge mit derselben maechtigkeit gibt.
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Diese Begriff verlieren ein bißchen ihre Bedeutung, wenn man mit Kardinalitäten rechnet.
100100100... enthält gleich viele 0en wie 1en wie oben dargelegt. Begriff wie Verhältnisse vertragen sich damit aber nicht gut: Betrachte zum Beispiel N, die natürlichen Zahlen und die Teilmenge G der geraden natürlichen Zahlen, da kommt man vielleicht in Versuchung zu sagen: es gibt halb so viele gerade Zahlen... Es gibt aber andere Abbildungen: die Abbildung f(n) = 4n bildet N sogar injektiv auf eine echte Teilmenge von G ab: nur jedes zweite Element von G wird dabei überhaupt getroffen. Man könnte mit gleichem Recht also sagen, dass es nur halb so viele natürliche Zahlen wie gerade Zahlen gibt.
Da ist dann vielleicht eher die statistische Zählweise interessant. Aber auch die kann wenig aufschlußreich sein:
101001000100001... usw. also immer eine 0 mehr zwischen den 1en. Wenn Du da die Häufigkeiten bildest ist im Grenzwert (also über die ganze Folge) die relative Häufigkeit von 1en gerade 0, weil die 1 immer seltener wird. Trotzdem ist im Sinne der Kardinalitäten die Anzahl der 0en und 1en immer noch gleich.
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Irgendwie gehts hier immer um Spezialfaelle und konkrete Zahlen. Ich dachte du meinst typische Sequenzen. Und hier mit Kardinalitaeten anzufangen, finde ich irgendwie neben dem Thema. Leider ist die Frage zu ungenau, so dass alles am Thema vorbei ist. Und ja: unendlich durch unendlich kann 2/3 oder 1/2, aber das muss man dann im einzelnen pruefen. Vielleicht formulierst du deine Frage etwas konkreter.
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knivil schrieb:
Und hier mit Kardinalitaeten anzufangen, finde ich irgendwie neben dem Thema.
Ist ja auch das völlig falsche Werkzeug für Fragen wie "gibt es genauso viele wie..." "ist xy unendlich oft da" und generell das vergleichen von Mengen.
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PeterTheMaster schrieb:
wieso obwohl? deshalb! man kann unendlich darueber definieren, dass es eine echte teilmenge mit derselben maechtigkeit gibt.
Jester schrieb:
Diese Begriff verlieren ein bißchen ihre Bedeutung, wenn man mit Kardinalitäten rechnet.
ich denke auch, dass man mit mengenlehre hier nicht weiter kommt. mir ist grade eingefallen: wenn man kleinere bereiche betrachtet, wie zweierpotenzen (z.b. 256, 512, 1024 usw), dann ist ja jede bitkombination vertreten, d.h. gleich viele einsen und nullen, jeweils halb so viele, wie die gesamtlänge der folge. weil's ja unendlich viele natürliche zahlen gibt, gibt's auch unendlich viele zweierpotenzen, so dass es auch für's unendliche gelten müsste.
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Jester schrieb:
Ist ja auch das völlig falsche Werkzeug für Fragen wie "gibt es genauso viele wie..." "ist xy unendlich oft da" und generell das vergleichen von Mengen.
Aus dem Orginalproblem sehe ich nicht, dass es um Mengen geht. Das wurde dann nachtraeglich druebergelegt. Ist es eine beliebige Zahl, d.h. zufaellig, dann ist dass der falsche Ansatz.
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Die Antwort ist: Ja und Nein. Beides Gleichzeitig. Ein Widerspruch in sich.
So ist das nunmal mit der Unendlichkeit.
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1 vollbit ist mehr als 1 bit
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Also die Problemstellung ist mir immer noch nicht klar. Es gibt nicht die unendlich lange zahl. Wenn du aber von EINER endlich langen sprichst, egal wie lang, dann ist das verhältnis von einsen und nullen ja schon bestimmt.
Meinst du evtl. wie das Verhältnis von 0en und 1en in der Folge aller Binärzahlen verhält?
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knivil schrieb:
Aus dem Orginalproblem sehe ich nicht, dass es um Mengen geht. Das wurde dann nachtraeglich druebergelegt. Ist es eine beliebige Zahl, d.h. zufaellig, dann ist dass der falsche Ansatz.
Das geschah im Zuge der Formalisierung der Fragestellung. Ich habe es tatsächlich so verstanden, dass es um eine beliebige Zahl geht und nicht um eine zufällige (das ist nämlich nicht dasselbe). Die Frage lautet nun also: geht es hier um beliebige Zahlen oder um zufällige?
nicht zuletzt ist die zufällige bzw. der Durchschnitt über alle auch recht langweilig. Für jede Zahl x und jede Position i gibt es eine Zahl y, die sich nur in Stelle i von x unterscheidet. Damit ist recht klar, was da passiert.
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ich sehe nicht mal, daß es um Zahlen geht.
Es geht hier um unendlich wiederholte Münzwürfe. Also Stochastik.
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Formalisierung der Fragestellung
Nur das ich anders formalisiert haette. Wie gesagt ist alles zu diffuse im wirklich was sagen zu koennen.
zufällige bzw. der Durchschnitt über alle auch recht langweilig
Nein, finde ich nicht. Informationstheorie hat viele Anwendungsbereiche.
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knivil schrieb:
Nein, finde ich nicht. Informationstheorie hat viele Anwendungsbereiche.
Ich glaube wir reden über leicht unterschiedliche Dinge.
Willst Du mich absichtlich missverstehen oder ist es wirklich so schwierig meinen Gedankengängen zu folgen?
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Vielleicht ist es anders herum. Aber warum moechtest du die Positionen als Indexmenge. Positionen spielen doch ueberhaupt keine Rolle sondern lediglich die Anzahl.
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u_ser-l schrieb:
ich sehe nicht mal, daß es um Zahlen geht.
Es geht hier um unendlich wiederholte Münzwürfe.nee, nix zufälliges. weiter oben hab' ich's versucht zu erklären, also nochmal: ein unsterbliches wesen (z.b. graf dracula) fängt bei 0 an, im binärsystem zu zählen, immer 1 mehr usw. wird er am schluss (den es natürlich nicht geben kann, weil er ja unendlich lange zählt) genau so oft das wort "eins" wie auch "null" gesagt haben, oder nicht?
beispiel, auf 3 bits begrenzt:
001
010
011
100
101
110
111
btw, ob man führende nullen mitzählt oder nicht, dürfte in der unendlichkeit nicht auffallen, nehme ich mal an. in wirklichkeit käme man dann nie über die erste zahl hinaus, weil man mit unendlich vielen nullen beginnen müsste.
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^^ edit: das beispiel fängt natürlich mit 000 an.
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Unterscheidest du dann 0000 und 00000?
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knivil schrieb:
Vielleicht ist es anders herum. Aber warum moechtest du die Positionen als Indexmenge. Positionen spielen doch ueberhaupt keine Rolle sondern lediglich die Anzahl.
Wo steht das? Vielleicht hast Du gesehen, dass ich die Positionen als theoretisches Hilfsmittel benutzt habe um eine Aussage zu beweisen, die etwas mit Anzahlen zu tun hat -- dem Thema um das es hier laut OP geht.
Du interpretierst hier was, erklärst alle anderen Interpretationen für falsch (immerhin schreibe ich dazu welche Annahmen ich mache), schreibst Behauptungen hin ohne sie zu begründen, sagst auch nicht welche Annahmen Du verwendest und behauptest offensichtlich falsche Sachen wie "beliebig, d.h. zufällig". Bevor es konkret wird ziehst Du die Diskussion auf die nächste Meta-Ebene, ich sag nur "Informationstheorie". Ich kann Dir versichern, dass Du mich mit Buzzwords weder aus der Bahn wirfst noch einschüchterst. Also nimm Dir bitte die Zeit entweder konkret was zum Thema zu schreiben, so dass es Hand und Fuß hat oder lass es.